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Themen

Leben in der Gruppe: Gruppenpädagogik

Die Themen werden im Folgenden kurz aufgeführt und sind Bestandteil der JBN-Gruppenleiterausbildung Modul I und II.

Gruppenphasen

Plane am Anfang deiner Gruppengründung kürzere Einheiten und vermeide langatmige Projekte über viele Gruppenstunden. Die Gruppe ist zu Anfang mit „sich“ beschäftigt und braucht Zeit zum sich Kennen lernen. Folgende Gruppenphasen werden unterschieden:

  1. Forming: Ankommen und Auftauen
    Wer ist wer. Werde ich geachtet, macht es mir Spaß. Das „Ich-Denken“ herrscht vor. Clownereien und Distanz - alles ist möglich.
  2. Storming: Gärung und Klärung
    ICH will gehört/gesehen/wahrgenommen werden. Beziehung ist wichtiger als Sachfragen.
  3. Norming: Vertrautheit
    Gruppe empfindet ein „Wir“- Gefühl, grenzt sich nach außen ab.
  4. Performing: Außenorientierung
    Die Gruppe kann jetzt neue Mitglieder aufnehmen, meist bleibt ein fester Kern. Sie kann sich gut organisieren, es kann aber bereits zu Krisen kommen.
  5. Transforming: Auflösung oder Neubeginn
    Unruhe bis hin zur Trauer spielen in dieser Phase eine Rolle. Die Gruppe empfindet eine Unsicherheit was danach kommt. Die Gruppe kann in eine neue Phase gelangen z. B aus der Kindergruppe gestaltet sich eine Müpfegruppe, die mehr Selbstverantwortung und -Gestaltung übernehmen möchte. Oder die Müpfegruppe transformiert sich in eine eigenständige Jugendgruppe.

Rollen

Wenn sich Kinder begegnen haben sie sofort vage Vorstellungen über das Verhalten anderer. Jedes Kind verhält sich in einer Gruppe in einer für sich typischen Art und Weise. Dieses Verhalten hängt von zwei Faktoren ab:

  • vom Charakter der Person, geprägt von Eigenschaften, Fähigkeiten und Erfahrungen durch das Elternhaus,
  • von der Gruppe und der auf das Kind gerichtete Rollenerwartungen.

Die soziale Rolle der Kinder ist nicht für immer festgelegt, sondern kann sich mit der Zeit ändern. In unterschiedlichen Gruppen nehmen Kinder oft unterschiedliche Rollen ein.

Das Wissen um die Phasen der Gruppenentwicklung bietet Kriterien für:

  • das Verstehen der Gruppe als Ganzes und jedes Einzelnen,
  • das Verständnis der Rollen und Aktivitäten,
  • die Gefühle und die Kommunikation in der Gruppe,
  • und somit für die Erstellung des Programms.

Leitungsverhalten

Auch du als Leitung trägst mit deiner Persönlichkeit genau wie die Kinder zum Gruppenleben bei. Wichtig ist es authentisch zu bleiben. Kinder haben ein sehr feines Gespür dafür. Und jede Persönlichkeit ist in der JBN Gruppe gefragt.

Gruppenstunden sollten nicht zu lustlosen „Abhängeveranstaltungen“ werden, aber auch nicht den verlängerten Biologieunterricht darstellen. 

Eine gute Mischung aus Lenkung und Wärme, (siehe Erziehungsstile D. Baumrind) ermöglichen den Kindern einen sicheren Rahmen für die Erkundung der Natur, ihrer Mitwelt und den anderen Kindern. Dabei ist es wichtig, selbst Spaß bei der Sache zu haben und auch zu äußern, wenn einem etwas nicht passt.

Umgang mit Konflikten in Gruppen

Meistens ist man nicht sehr begeistert bahnt sich ein Konflikt an. Denn es fühlt sich beklemmend, beängstigend oder schlicht anstrengend an. Warum lohnt es sich dann, sich damit zu befassen? Der Kommunikationswissenschaftler Schulz von Thun gibt eine pragmatische Antwort:

„Setzte ich mich mit dem Konflikt auseinander und kann es zu einer guten Bearbeitung des Konfliktes kommen, liegt darin die Chance, dass es  „(…) nicht so wird wie früher. Es wird anders – und besser.“ (F. Schulz von Thun. S. 21.in: Thomann 2010)

Und ist es nicht selten genau dieser Wunsch nach einer Veränderung ins Positive, was uns antreibt sich dem Abenteuer der Konfliktbearbeitung zu stellen!

Gerade in der ehrenamtlichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen können sich herausfordernde Situationen ergeben. Da hilft es, das eigene Handwerkszeug im Umgang mit Konflikten zu erweitern. Es geht darum heraus zu bekommen, worum es in der Situation wirklich geht. Denn dann können gute Ideen entstehen, um damit konstruktiv um zu gehen – bedacht zu agieren anstatt gestresst zu reagieren. Gefühle und Bedürfnisse bei sich selbst und dem Gegenüber zu erkennen, macht kompetent und handlungsfähig. Veränderung kann gestaltet werden. (Text Sofie Engl)

Genau diesem Themen-Komplex widmen wir uns mit Sofie Engl in der JBN Gruppenleiterausbildung Modul II.