Die JBN macht euch bereit für’s Volksbegehren Artenvielfalt! Heute: Welche konkreten Maßnahmen für mehr Artenschutz in Bayern fordern wir?

29.01.2019 – Am 31.01. startet das Rennen gegen die Zeit und für die Bienen in Bayern. Ab Donnerstag haben wir zwei Wochen Zeit, um eine Million wahlberechtigte Bürger*innen in die bayerischen Rathäuser zu bringen. Dafür brauchen wir eure Unterstützung! In der heißen Phase heißt es jetzt: Online und offline zu Influencer*innen im Sinne der Artenvielfalt werden! In der Familie, im Klassenzimmer, auf euren Social-Media-Kanälen, aber auch als Rathausheld*innen! Damit ihr für diese wichtige Überzeugungsarbeit bestens vorbereitet seid, liefert Euch die JBN heute den dritten Infoblock mit allen wichtigen Facts rund um’s Volksbegehren.

In unserem letzten Infoblock haben wir euch erklärt, dass wir das Bayerische Naturschutzgesetz ändern wollen, um mehr Artenschutz in Bayern gesetzlich zu verankern. Aber was genau soll sich eigentlich ändern? Anders gefragt: Mit welchen Maßnahmen wollen wir mehr und besseren Artenschutz in Bayern erreichen?

Ganz wichtig: Wir fordern mehr Ökolandbau statt konventioneller Landwirtschaft (20% bis 2025, 30% bis 2030), denn: Einer der Hauptgründe für den Artenschwund im ländlichen Raum ist die immer stärkere Intensivierung der Landwirtschaft. Anders der ökologische Landbau: Dieser bewirtschaftet weniger Fläche weniger intensiv, das heißt beispielsweise ohne den Einsatz von Pestiziden wie der Bienenkiller Glyphosat. Ökologische Landwirtschaft bedeutet gelebten Artenschutz, weil sie auf niedrigere Produktivität setzt und somit auf die grenzenlose Ausbeutung der Natur verzichtet.

Neben der Forderung nach mehr Ökolandbau haben sich die Antragssteller*innen des Volksbegehrens aber noch einige andere Maßnahmen einfallen lassen, um der Zerstörung von Lebensraum durch die Landwirtschaft entgegenzuwirken. Viele dieser Ideen entsprechen Forderungen der JBN, die wir seit Jahren immer wieder an die Politik stellen: Unter anderem wird ein Glyphosat-Verbot ab 2022 und die Einführung eines verpflichtenden Gewässerrandstreifens gefordert.

Darüber hinaus wollen wir ein Verbot, blühende Wiese in Äcker zu verwandeln und Feuchtgebiete trockenzulegen. Wertvolle Lebensräume für viele Pflanzen- und Tierarten sollen unter besonderen Schutz gestellt werden, darunter Hecken, natürliche Totholzansammlungen, Kleingewässer, aber auch Bodensenken, Alleen und Obstbaumwiesen. Durch verschiedene Regelungen zum Mähen wollen wir sicherstellen, dass den Insekten immer ausreichend Blüten als Futtergrundlage zur Verfügung stehen. Da viele Insekten und Vögel unter der sogenannten Lichtverschmutzung leiden, soll die künstliche Beleuchtung im Außenbereich von landwirtschaftlichen Betrieben reduziert werden. Zusätzlich soll als vorrangiges Ziel von Forstwirtschaft der Schutz und Erhalt von Artenvielfalt im Wald festgelegt werden. Wenn es nach uns geht, wird Naturschutz auch in der Ausbildung von Land- und Forstwirt*innen verankert! Außerdem wollen wir erreichen, dass der Freistaat Bayern bis 2023 einen Biotopverbund auf mindestens 10% der offenen Landesfläche schafft. Das bedeutet: Eine bayernweite Vernetzung von Lebensräumen soll Realität werden.

Im Detail aufgeschlüsselt findet ihr diese und mehr Forderungen direkt hier im Antragstext.

Ausgestattet mit allen wichtigen Infos geht’s jetzt los mit der JBN-typischen Tatkraft und Begeisterung: Jede Stimme für die Bienen zählt vom 31.01.-13.02.! Bleibt auch dran an unserem JBN-Countdown zum Volksbegehren Artenvielfalt. Auch während der heißen Phase versorgen wir euch hier weiterhin mit allen relevanten Infos zur Rettung der Bienen.

Text: Veronika Feicht