Der Natur eine Stimme geben - Ruf des Birkuhns vor dem Landratsamt

04.10.2018 – Am 28. September fand die erste Aktion der JBN unter dem Motto "Der Natur eine Stimme geben" vor dem Landratsamt in Sonthofen statt. Genau dort gaben wir dem Birkhuhn wortwörtlich ein Stimme.

Über Lautsprecher spielten wir den Ruf des Birkhuhns direkt vor dem Landratsamt in Sonthofen ab. So konnten der Landrat und das Bauamt die Stimme des Tieres hören, dessen Lebensraum sie mit ihren Baugenehmigungen zerstören. 

Zum Hintergrund: 

Die CSU Spitze ignoriert immer wieder die eigenen Bürger*innen, und damit auch und vor allem die Jugend. Zur causa Riedberger Horn schlossen sich zahlreiche Jugendorganisation zusammen und stellten sich als CIPRA junges Forum gegen die Ausbeutung unserer Natur. Unseren offenen Brief, Aktionen und Appelle ließ Markus Söder unbeantwortet. Als ihm aber offenbar bewusst wurde, dass laut einer repräsentativen Umfrage von TNS-Emnid rund 80% der Bayrischen Bürgerinnen und Bürger gegen den geplanten Bau der Skischaukel am Riedberger Horn sind, fürchtete er um Wählerstimmen und ließ kurzerhand das Projekt fallen. Anstelle dessen wollte er naturnahen Tourismus fördern. Es kehrte aber nur kurz Ruhe am Berg ein.

Plötzlich Anfang September genehmigt das Landratsamt des Landkreises Oberallgäu einen Neubau von Trinkwasserteichen, um mehr Schneekanon betreiben zu können. Dieses Vorhaben hat weder etwas mit naturnahem Tourismus noch mit politischer Partizipation der betroffenen Verbände zu tun, wenn man uns einfach vor vollendete Tatsachen stellt.

Man gibt uns keinen Raum für Beteiligung. Kein Raum für Lebensqualität, für Umweltschutz und für wundervolle Natur. Projekte wie der geplante Teich am Riedberger Horn kombiniert mit der harten Ignoranz der Landesregierung lassen junge Menschen in Bayern voll Sorge in die Zukunft blicken. Daher geben wir der Natur und den Menschen hier eine Stimme. Und diese Stimme sagt laut und deutlich: Hören sie auf unsere Umwelt zu zerstören! Wir wollen unsere Kinder nicht in einer lauten Betonwüste großziehen, und auch nicht in einer Welt, die unter den Folgen des Klimawandels leidet.