Grüne Banken – wieso ich mir als junger Mensch Gedanken über mein Geld machen sollte

Wie wahrscheinlich die meisten Jugendlichen habe auch ich irgendwann mit 14 oder 15 Jahren gemeinsam mit meinen Eltern ein Girokonto bei einer regionalen Bank eröffnet. Das war damals ein großer Schritt für mich und ich fühlte mich auf einmal sehr erwachsen. Ich hatte meinen ersten kleinen Nebenjob, um mein Taschengeld aufzubessern. Damals habe ich gar nicht darüber nachgedacht zu welcher Bank ich gehe, es war für mich klar, dass ich mein Konto dort einrichte, wo meine Eltern ihr Konto haben. Inzwischen habe ich ein bisschen über den Tellerrand geblickt und gemerkt, dass es nicht egal ist, welcher Bank ich mein Geld anvertraute.

Vorweg kurz ein Hinweis: Ich bin zu diesem Thema keine Expertin, sondern habe mich mit nachhaltigen Banken aus eigenem Interesse beschäftigt, da ich überlege, zu einer solchen zu wechseln. Daher kann es sein, dass ich etwas nicht richtig oder ungenau erkläre. Mein Ziel ist es, Jugendliche dazu zu animieren, früh über das Thema nachhaltiges Geld nachzudenken. Am einfachsten ist ein Wechsel eben doch als junger Mensch, wenn man entweder noch gar kein Konto hat oder noch nicht viele Bankgeschäfte betreibt. Ich will dafür sensibilisieren, dass es sich besonders als Jugendliche*r lohnt ein bisschen mehr Zeit in die Geldgeschichten zu investieren und nicht erst, wenn man tatsächlich mehr Geld hat, denn dann ist ein Wechsel deutlich aufwendiger.

Wieso sollte ich darüber nachdenken, was die Bank mit meinem Geld macht?

Fangen wir einfach von vorne an. Du eröffnest ein Konto bei einer Bank, um dort dein Geld anzulegen. Spätestens beim ersten Job braucht man ein Konto, da der Lohn normalerweise nicht bar ausgezahlt wird. Das Geld liegt dann auf deinem Konto, aber eben nicht physisch. Es gibt keinen Tresor, in dem die Scheine und Münzen liegen. Sondern die Zahl existiert nur auf dem Papier. Du kannst natürlich auch alles abheben, dann hast du deinen Betrag eben als Scheine und Münzen. Da das meistens viel Geld und nicht praktikabel wäre, gibt es Banken.

Jede Bank hat viele Kunden und somit auch viele Milliarden Euro zu verwalten. Dieses Geld wird, sehr vereinfacht gesagt, dann in Krediten wieder an Kunden vergeben. Außerdem können sich Kunden von Banken über Geldanlagen beraten lassen und ihr Vermögen bei der Bank in Fonds, Bausparverträgen und ähnlichem anlegen.

Banken sind wie ein normales Unternehmen. Sie betreiben Geschäfte, um Geld zu verdienen. Die Haupteinnahmequellen von Banken sind Zinsen und Gebühren für Dienstleistungen. Außerdem gibt es Investmentbanken, die selbst an der Börse ihr Glück versuchen. Wie jede Firma ist eine Bank auf Umsatz ausgerichtet, um weiterhin ihre Geschäfte betreiben zu können.

Eine Bank betreut also Kunden, die Geld anlegen wollen und solche, die Geld brauchen, um etwas zu finanzieren. Um herauszufinden, ob eine Bank nachhaltig ist, kann man sich als erstes einmal anschauen, in welche Fonds Banken investieren und welchen Firmen sie Kredite geben.

Hierbei kann es bei konventionellen Banken durchaus vorkommen, dass sie in Branchen und Firmen investieren, die Atomkraft oder Waffenhandel unterstützen. Als Kunde hat man darauf kaum Einfluss. Man kann sich zwar bei der Geldanlage beraten lassen und dabei angeben, dass man keine ethisch bedenklichen Fonds unterstützen will, aber die meisten Banken bieten im Bereich sozial-ökologischer Geldanlagen nicht viel an.

Nachhaltige Banken achten hier auf ethische, soziale und ökologische Kriterien. So wird statt in Rüstungshandel in Bildung und statt in Atomkraft in Windkraft investiert und der Kredit nicht an den großen Agrarkonzern sondern an die kleine biologische, solidarische Landwirtschaft vergeben.

Besonders wichtig ist dabei vor allem die Transparenz in der Öffentlichkeit und Mitbestimmung der Kunden. Beispiel hierfür: Die GLS Bank hat eine Mitgliederzeitschrift, in der alle Firmen und Projekte gelistet sind, die in der vergangenen Zeit einen Kredit erhalten haben. So können Kunden kontrollieren, ob die Bank sich an die eigenen Kriterien hält und keine fragwürdigen Projekte unterstützt.

Ich dachte lange, dass meine regionale Bank sicherlich auch nicht so schlimm ist, weil sie doch regionale Unternehmen unterstützt. Das stimmt, jedoch wird dabei nicht so sehr darauf geachtet, wofür genau der Kredit vergeben wird. So wird eben auch mal die große Landmaschine fürs Düngen gefördert oder eine Druckerei, die mit umweltschädlichen Farben arbeitet. Außerdem gibt es kaum grüne Anlagemöglichkeiten.

Ein weiterer Punkt, den Ökobanken erfüllen, ist die nachhaltige interne Unternehmenskultur. Dazu zählt z.B. das Beziehen von Ökostrom, grüne Mobilität und umweltbewusste Büroführung. Genau diesen Aspekt könnte jede Bank leicht im eigenen Betrieb umsetzen.

Ich will keine Werbung für bestimmte Banken machen, da ich selbst noch keine Erfahrung habe und mich erst noch entscheiden muss. Bei meiner Recherche bin ich aber auf einige Ökobanken gestoßen. Informiere dich gerne bei den jeweiligen Banken oder frag vielleicht mal bei deiner Bank nach, wofür denn eigentlich dein Geld verwendet wird. Das werde ich auch als erstes machen: Meine Bank fragen, wieso sie nicht so viel im Bereich Nachhaltigkeit macht und ihnen ein paar Vorschläge machen, die sie leicht umsetzen könnte.

Ökobanken (mit Girokonto)

GLS Bank: www.gls.de

Ethikbank: www.ethikbank.de

TriodosBank: www.triodos.de

Tomorrow: www.tomorrow.one/de-de/

Eine Bank, die einen guten Ansatz verfolgt und wo man sieht, dass sie sich Gedanken machen und etwas verändern wollen:

Sparda Bank München: www.sparda-m.de, erste Bank mit Gemeinwohlbilanz

Weitere Informationen zum Thema Banken und Nachhaltigkeit – bei Utopia werden z. B. die Banken noch genauer vorgestellt:

https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/bund/bund_besser_leben_bank_wechseln.pdf

https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/finanzen.html

https://utopia.de/bestenlisten/die-besten-gruenen-banken/

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