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Moorrenaturierung - wir waren wieder im Natur- und Klimaschutz aktiv!

Etwas verändern, anpacken, im Klimaschutz aktiv werden: das wünschen sich immer mehr Menschen. Bei der BUNDjugend Bayern ist das möglich! Einmal im Jahr renaturieren wir Moore. Dieses und kommendes Jahr im Allgäu. Ein Bericht.

28.10.2022

Bäume und Sträucher fällen für den Klimaschutz. Wie passt das denn zusammen?

Das Moor als mystischer Ort durchzieht viele Legenden und Sagen, dennoch übt es auf den Menschen eine gewisse Faszination und Anziehungskraft aus. So auch auf die über 40 Teilnehmenden der Veranstaltung "Much & Moor", welche jener Frage vergangenes Wochenende auf den Grund gegangen sind, tatkräftig angepackt und dafür lange Anfahrtswege bis aus Coburg und Wien auf sich genommen haben, um ins schöne Allgäuer Voralpenland nach Immenstadt zu fahren. Erstmalig dabei waren die Müpfe, welche als gesamte Gruppe aus Grafing angereist sind.

Nach der Ankunft und dem Bezug der urig gehaltenen Hütte gab es ein zünftiges Abendessen und das gemeinsame Kennenlernen mit neugierigen Fragen, denn die Vorfreude auf den nächsten Tag war groß. Der Wecker klingelte am Samstag bereits früh, denn es war mehr Arbeit vorhanden als an einem Tag zu schaffen war. Bewaffnet mit Astscheren und Arbeitshandschuhen zogen wir ins Moor; eine Naturlandschaft, der als wichtige CO2-Senke eine ganz besondere Bedeutung im Klimaschutz zukommt. Unter der fachkundigen Anleitung von Alfred und Simon, welche beide aus der BUND Naturschutz Kreisgruppe Kempten-Oberallgäu stammen, schnitten wir im Groß-Moos auf einer Fläche die jungen Büsche ab und bauten große Häufen. Im Fachjargon war unsere wertvolle Arbeit die "Entbuschung zur Förderung der moortypischen Vegetation", denn seit der Industrialisierung wurden Moore trockengelegt, um zum Beispiel Torf als Brennstoff zu gewinnen oder die nassen Wiesen trocken zu legen und als Viehweiden nutzen zu können. Seitdem die Flächen trocken gefallen sind, konnten sich Büsche und Fichten ansiedeln. Durch den Rückschnitt der Gehölze und das anschließende Abdichten der Entwässerungsgräben werden die Moorflächen in den Zustand vor der Zerstörung versetzt und ohne Büsche bekommen die Torfmoose und andere Pflanzenspezialisten des Moors wieder genügend Sonnenlicht um prächtig zu gedeihen.

Nach der Mittagspause und der Stärkung mit warmer Kürbissuppe lauschten wir den Worten von Alfred, der seit über 40 Jahren Moore im Allgäu renaturiert, denn die Frage, wie Bäume fällen mit Klimaschutz zusammenpasst, stand immer noch im Raum. Im benachbarten Fellmer-Moor sieht man die verschiedenen Renaturierungsfortschritte sehr schön und Alfred ordnete das heutige Landschaftsbild auch in die Entstehung desselben seit der letzten Eiszeit vor ca 10.000 Jahren ein. Diese Führung war sehr abwechslungsreich und zeigte neben der bereits erwähnten Entstehung der Moore auch deren typischen Vertreter der Tier- und Pflanzenwelt auf.

Nach getaner Arbeit haben wir den Tag mit einem geselligen Abend bei tollen Hüttenspielen ausklingen lassen und die Vorfreude auf nächstes Jahr gestärkt. Im Jahr 2023 findet Much & Moor vom 27.10.2023 bis 29.10.2023 wieder im Allgäu statt. Die Anmeldung über die Website startet im neuen Jahr und schnell sein lohnt sich, denn die Veranstaltung ist sehr schnell ausgebucht!

Danke an alle, die dabei waren! Wir sehen uns im kommenden Jahr.

Euer Marius

Bild: Marius Krebs