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10.07.2007

Widerstandslager an der Donau geplant

Rettet die Donau! Die JBN ruft alle jungen Leute, denen die freifließende Donau am Herzen liegt, auf, nächstes Jahr zum großen Widerstandslager an die Donau zu kommen. Damit will die JBN ein mächtiges Zeichen gegen die Staustufen-Pläne der bayerischen Staatsregierung und der Kanalbau-Lobby setzen. Donaupiratinnen und -piraten aus ganz Bayern: Kommt im August 2008 an die Donau!

PiratenflaggeInterviewSchlauchbootfahrtTakatuka

Der JBN-Landesvorstand (Lavo) hat das Donau-Widerstandslager zum Schwerpunkt der JBN für 2008 erklärt. Aber natürlich wird auch die Essthetik-Kampagne nächstes Jahr noch weiterlaufen. Genauere Planungen zum Lager gibt es bisher nicht - aber wahrscheinlich wird das Lager vom 04. bis 08. August 2008 und an einem für die Baupläne strategisch wichtigen Ort stattfinden. Sozusagen als Warnung...

Willst du an den Planungen für das Lager mitwirken oder sogar im Leitungsteam mitarbeiten? Dann komm am Sonntag, 29. Juli 2007 von 11 bis 14 Uhr zum ersten Vorbereitungstreffen (inklusive Mittagessen!) in die JBN-Landesstelle. Wenn du dabei sein möchtest, schreib bitte rechtzeitig eine E-Mail an Bernd.

Übrigens: Beim letzten JBN-Stammtisch kam der "Zündfunk" vorbei. Ralf und Stefan standen Zündfunk Rede und Antwort zum Thema Donau-Ausbau und Umweltschutz. Zu hören heute, also Dienstag 10. Juli (evtl. erst am Mittwoch) ab 19 Uhr auf Bayern2Radio. Wird übrigens hier dann auch als Livestream zu finden sein.


Wieso überhaupt ein Widerstandslager gegen die Kanalisierung der Donau? Eigentlich ist die Donau ja gerettet. Der für die Finanzierung des Ausbaus zuständige Deutsche Bundestag hat 2002 gegen eine Kanalisierung mit Staustufen gestimmt und einen sanften, naturverträglichen Ausbau befürwortet. Damit könnte die einmalige Natur und die unbändige Flussdynamik am letzten freifließenden Abschnitt zwischen Straubing und Vilshofen bewahrt bleiben.

Trotz des demokratischen Beschlusses und der massiven Proteste der Bürger/innen setzte die Bayerische Staatsregierung 2005 ein Raumordnungsverfahren durch, bei dem alle Ausbauvarianten, also auch mit Staustufen, untersucht wurden. Das Ergebnis des Raumordnungsverfahrens, die 2006 veröffentlichte so genannte landesplanerische Beurteilung, ist ein Kniefall vor der einflussreichen Baulobby. Es ist ein einzigartiges Dokument innerer Zerrissenheit kompetenter Fachleute und williger Staatsdiener. Laut dieser landesplanerischen Beurteilung entspräche nur die Variante mit einer Staustufe unterhalb der Isarmündung und einem Schleusenkanal, der die große Flussschleife bei Mühlham abschneiden würde, den Erfordernissen der Raumordnung. Mit der wunschgemäßen Beurteilung will die Staatsregierung nun doch noch eine Staustufe durchsetzen. Der größte Skandal in dem Verfahren: Es fehlt eine FFH-Verträglichkeitsprüfung! Die Donau ist größtenteils nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) der Europäischen Union geschützt. Die Kanalisierungspläne der Staatsregierung könnten also auch am EU-Recht scheitern.

Bevor es aber so weit kommt, möchte die JBN zusammen mit vielen anderen Umweltverbänden und Bürger/innen die Pläne zu Fall bringen. Die JBN hat schon immer viele Aktivitäten gegen die Kanalisierung der Donau gestartet: Etliche, zum Teil internationale Donau-Schlauchbootfahrten, das Umweltbildungsschiff "Takatuka" und das große Kinderzeltlager "Grüne Hölle" mit der symbolischen Eröffnung eines Kindernationalparks.

Unsere Motivation: 1984 verhinderten viele Bürger/innen durch die Besetzung der Hainburger Au die Zerstörung der Donauauen südlich von Wien durch ein Wasserkraftwerk mit Staustufe. Heute ist das Gebiet Teil des Nationalparks Donau-Auen.

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