19.01.2012
Am vergangenen Mittwoch hat sich BASF, der größte Chemiekonzern der Welt, geschlagen gegeben. Die genetisch-manipulierte Kartoffel Amflora wird in Europa nicht länger angebaut. Denn die europäischen Verbraucher akzeptieren keine Gentechnik. Für die JBN ist das nach 16 Jahren Protest ein gigantischer Erfolg!
Ist Amflora wirklich schon so alt?
Die genetisch-manipulierte Kartoffel Amflora ist tatsächlich so alt, wie die Mehrzahl der Mitglieder der JBN. Ganze 16 Jahre ist es her, als der Knolle zum ersten Mal per Antrag der Versuchsanbau gestattet werden sollte. Doch dank vieler Auseinandersetzungen, die sich vor allem um einen riskanten Marker drehten, dauerte es 14 Jahre, bis die Knolle zum ersten Mal in großen Mengen echten Boden spürte. Im Jahr 2010 wurde die Kartoffel zur Saatgutvermehrung in Mecklenburg-Vorpommern auf 20 Hektar und in Schweden auf 80 Hektar, in Tschechien zu kommerziellen Zwecken auf 150 Hektar angebaut. Noch Anfang 2011 hat BASF die Wunderknolle zur Gewinnung von industriell-verwendbarer Stärke verteidigt und ihren Anbau erneut vorangetrieben.
Punktsieg für die europäischen Verbraucher.
Vergegenwärtigt man sich diesen Zeitraum wird schnell klar. Der Rückzug von BASF ist ein gigantischer Erfolg. Doch zugleich wird deutlich: BASF hat sich nur in den amerikanischen und asiatischen Raum zurückgezogen. Ein erneuter Angriff mit genetisch-manipulierten Pflanzen wird früher oder später sicherlich auf Europa zukommen. Die europäischen Verbraucher werden also auch in Zukunft wachsam sein müssen und sich Unterstützung sichern müssen, wie das der Bund Naturschutz und die Jugendorganisation Bund Naturschutz taten, indem sie Percy Schmeiser (Bildmitte) nach Bayern holten. Denn natürlich sind die Europäer/innen nicht allein mit ihrer Ablehnung der Gentechnik weltweit engagieren sich unzählige Menschen gegen den gentechnischen Würgegriff der großen Konzerne.
Was kann Amflora überhaupt?
Die Kartoffel Amflora ist eigentlich nicht für den Verzehr gedacht, sondern für die Produktion einer bestimmen Stärke. Diese sollte dann als Rohstoff für Papier, Textilien und Klebstoffen verwendet werden. Da Amflora diese und angeblich nur diese Stärke enthält, wäre die Kartoffel einfacher zu verarbeiten. Bloß selbst die Hersteller von Papier, Textilien und Klebstoffen, sehen keine Akzeptanz für ihre Produkte, wenn diese aus genmanipulierten Rohstoffen bestehen.
An diesem Punkt taucht natürlich die Frage auf, ob wertvoller Ackerboden für die Produktion von Papier und Kleber genutzt werden soll, oder doch lieber dafür Essen anzubauen und Leute satt zu machen. Aber diese Frage muss man sich ab dieser Woche in Europa nicht mehr stellen. Im Gegenteil jetzt kann man wieder etwas unbesorgter ins "Bamberger Hörnla" oder in "la Ratte" beißen. Diese Sorten haben nicht nur lustigere Name, sie sind auch genießbar im Gegenteil zu Amflora.