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04.10.2011

Tierhaltung und Tierschutz – Der Bericht

Eingeladen von der Arbeitsgemeinschaft der Landjugend im Bayerischen Bauerverband besuchten Moritz und Agnes die Fachtagung „Tierschutz und Tierhaltung im Spannungsfeld gesellschaftlicher Ansprüche“. Getagt wurde vom 29. bis 30. September im direkt am Ammersee gelegenen Haus der Bayerischen Landwirtschaft in Herrsching.

Nach der Begrüßung wurden wir mit Statements zu Brennpunkten der Tierhaltung konfrontiert. Drei Referenten stellen Tierhaltung unter den jeweiligen Perspektiven Praxis, EU und Öffentlichkeit dar.
Im Anschluss dann der interessanteste Teil der Tagung: „Landjugend im Dialog“. Dazu wurden wir in drei Gruppen eingeteilt. Zum einen Studenten, junge Politiker sowie Tier- und Naturschützer, unter denen auch wir zwei JBNler waren.
In unserer Gruppe waren neben jungen Vertretern des Tierschutzvereins Animals United auch Landwirte (v.a. Schweinehalter), was die Diskussion noch spannender machte. Im Zentrum des Gesprächs stand die Frage, wie artgerechte Tierhaltung für uns aussehen muss bzw. wie Tierhaltung gegenwärtig tatsächlich praktiziert wird. Unsere Kriterien stimmten im Wesentlichen mit denen der anwesenden Landwirte überein. Denn letztendlich haben auch diese das Wohl der Tiere als Anliegen, damit sie die erwünschte Leistung erbringen. Aufgrund der hohen Tieranzahl ist aber oft ausreichend Auslauf und Rückzugsraum nicht vorhanden.
Wir JBNler brachten schließlich noch globalere Aspekte der Tierhaltung mit in das Gespräch. Eine fleischärmere Ernährung sei schließlich im Zuge des Klimawandels sowie des Wachstums der Weltbevölkerung unausweichlich. Dieses Statement verursachte Kritik bei den Fleischproduzenten. Wir entgegneten, dass der steigende Fleischkonsum und wachsender Preisdruck die Landwirte selbst in Bedrängnis bringen und zu höheren Produktionszahlen zwingen. Wären sie denn nicht froh um Konsumenten, die zwar weniger kaufen, aber für bessere Qualität bereit sind mehr zu zahlen?
Ein wenig zu kurz in der Diskussion kam unserer Meinung nach die Herkunft der Futtermittel in deutschen Betrieben. So wird häufig gentechnisch verändertes Soja aus Südamerika importiert. Mit dessen Anbau einher gehen oft die Abholzung von Regenwald und ein hoher Einsatz von Pestiziden sowie ein enormer Energieverbrauch beim Transport.
Positiv aufgefallen ist uns bei den Teilnehmern die Offenheit, mit der aufeinander zugegangen wurde und die angenehme Gesprächsatmosphäre.
Zum Abendessen wurden wir mit einem köstlichen Menü verwöhnt, das regionale und saisonale Produkte enthielt.
Am nächsten Tag ging es mit dem Bus zu zwei Betriebsbesichtigungen: ein Geflügelhof und ein Milchviehbetrieb in der Nähe von Schongau.
Durch eine Führung über deren Betriebe konnten wir uns ein Bild von der „modernen“ Landwirt-schaft machen. Hinsichtlich des Tierschutzes gab es nicht viel zu kritisieren, da beide Landwirte über die Pflicht-Standards hinaus den Tieren mehr Auslauf gewähren. Doch wie sieht es in Betrieben aus, die doppelt oder dreifach so viele Tiere halten? „Von Fall zu Fall unterschiedlich“. Massenhaltung sei nicht zu definieren und pauschalisieren. Man war sich jedenfalls einig, dass es auch zahlreiche „Schwarze Schafe“ unter den Tierhaltern gäbe, die womöglich auch gar keine Einsicht in den Betrieb gestatten.
Zum Abschluss kam die bayerische Landesbäuerin Annemarie Biechl, um uns über Projekte der Landfrauen zu informieren, wie z.B. „Gemeinsam schmeckts besser“ in Kooperation mit Schulklassen.
Das Fazit: Auch wenn einige kritische Themen in der Diskussion noch fehlten, so kam doch ein Dialog zustande, der sehr bereichernd war. Die Verbände konnten voneinander lernen. Umso wichtiger ist es, öfter gemeinsame Veranstaltungen zu organisieren und den Kontakt zu halten.

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