27.06.2006
Aus und vorbei. Im Morgengrauen, um 4:50 Uhr am Montag wurde Braunbär JJ1 - auch Bruno genannt - an der Kümpflalm an der Rotwand beim Schliersee von Jägern erschossen. JBN-Aktive sind entsetzt.
Kaum hatte der erste Bär nach 170 Jahren am 19. Mai 2006 seine Schnauze über die bayerische Grenze gestreckt, freute sich Umweltminister Werner Schnappauf: "Der Braunbär ist in Bayern willkommen." Aber dann verhielt sich der JJ1 ganz typisch für einen jungen Bären. Er wanderte viel herum, jagte munter Schafe und zeigte wenig Scheu vor menschlichen Siedlungen. Schnappis Reaktion: "Der Bär ist außer Rand und Band". Er erlaubte den Abschuss. Diese Erlaubnis wurde zwar wieder aufgehoben, als finnische Spezialisten versuchten Bruno lebend zu fangen oder zu betäuben. Sie waren aber letztlich erfolglos und deswegen gab ihn Schnappauf wieder zum Abschuss frei. Die Erlaubnis war kaum veröffentlicht, da war Bruno auch schon tot.
Die JBN hat in verschiedenen Aktionen, TV- und Radiointerviews das Verhalten von "Problem-Minister" Schnappauf massiv kritisiert. Die Nachrichtenagentur ddp meldete:
Auch die Jugendorganisation Bund Naturschutz (JBN) kritisierte Schnappauf scharf. In Kärnten spazierten Bären an Kindergärten vorbei, ohne dass sich jemand aufrege, und auch die bayerische Bevölkerung habe sich über Bruno gefreut. "Nur der Umweltminister kriegt es mit der Angst um seine Karriere zu tun und macht einen Schnellschuss", sagte JBN-Geschäftsführer Bernd Orendt.
Der JBN-Landesvorstand ruft dazu auf, Teddybären als Zeichen des Protests ins Umweltministerium zu schicken. Die Adresse ist:
Eine Todesanzeige (siehe Bild oben) zum Mitschicken kannst du hier runterladen (58 kB, PDF-Datei).
Weitere JBN-Pressemitteilungen zur Jagd und zum Tod von Bruno findest du im Pressebereich.
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