28.01.2011
Gesunde und umweltverträgliche Ernährung ist in unserer JBN-Kindergruppe Rimpar ein wichtiges Thema. Bei unseren Wanderungen durch den Wald finden wir immer wieder essbare Beeren, Blüten und Pilze, probieren die Knospen von Linde und Buche oder lernen Wildtiere kennen, welche schmackhaftes Fleisch liefern.
Da das Walderlebniszentrum eine Einrichtung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ist, haben wir über den Leiter unserer JBN-Gruppe Siegmar Wüst einen engen Kontakt zu den staatlichen Ernährungsberaterinnen, den wir auch durch gemeinsame Veranstaltungen pflegen.
Besonders schön haben wir unsere Kernkompetenz Wald und Holz mit der Ernährung, aber auch Heimatkunde und alten Handwerkstechniken verbinden können, als wir 2009 gemeinsam einen Lehmbackofen bauten. Gerne wird dieser angeschürt, um Blechkuchen oder Pizza zu backen.
Aus der "Kür" ab und an gemeinsam zu kochen, ist nun im vergangenen Jahr eine "Pflicht" geworden. Die meisten unserer Kinder aus Rimpar besuchen seit letztem Dezember eine weiterführende Schule und können unsere Freitagnachmittags angesetzten Treffen mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur noch wahrnehmen, wenn sie mit dem Schulbus gleich bis an das Walderlebniszentrum durchfahren ohne zum Mittagessen zuhause gewesen zu sein. Deshalb beschlossen wir, den Kindern zu Beginn der Treffen ein warmes und - um unsere JBN-Kasse zu schonen - kostengünstiges Essen anzubieten, welches darüber hinaus auch noch ökologisch und regional erzeugte Zutaten beinhalten sollte. Und schmecken muss es natürlich auch noch, ohne dass zu oft die von den Kindern heißgeliebten Süßspeisen auf den Tisch kommen.
Gar keine so leichte Aufgabe für gestandene Förster! Aber das Team vom Walderlebniszentrum hat wie immer zusammengeholfen. Der eine brachte Kartoffeln aus dem eigenen Garten und Eier von glücklichen Hühnern mit, um beides in einer Pfanne über dem offenen Feuer zu rösten, der Andere wusste aus Äpfeln von Streuobstwiesen leckere Apfelringe zuzubereiten.
Holunderblüten wurden in Teig getaucht und ausgebacken und mit den Kindern gesammelte Pilze, nämlich Herbsttrompeten, würzten ein Risotto. Meist schmeckte es den Kindern und es ergaben sich viele Gelegenheiten über die Herkunft der einzelnen Lebensmittel und die ökologischen und gesundheitlichen Auswirkungen ihres Verzehrs zu reden.
Nur einmal lagen wir bei der Auswahl der Zutaten "voll daneben". Die Erlegung eines Wildschweins wurde zum Anlass genommen, "Wildschweinburger" auf die Speisekarte zu setzen und auch hier wurde die Gewinnung des Wildbrets vor dem Essen natürlich besprochen. Nur ein Kind, ausgerechnet unser selbsternannter "Halbvegetarier", lies es sich schmecken, die Anderen machten lange Gesichter, wurden spontan zu "Vollvegetariern" und aßen ihr Brötchen lieber trocken.
Für uns wird es auch in Zukunft eine spannende aber lohnende Herausforderung sein, gemeinsam mit unserer JBN-Kindergruppe natürliche Lebensmittel und ihre althergebrachte handwerkliche Zubereitung zu entdecken.
Übrigens ist das Walderlebniszentrum Gramschatzer Wald auch eine FÖJ-Einsatzstelle der JBN!
Mehr Info:
http://www.forst.bayern.de/waldpaedagogik/walderlebniszentren/gramschatzer-wald/index.php
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