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15.03.2011

Fukushima mahnt die Welt: Atomausstieg jetzt!

JBN fordert sofortige Abschaltung aller Atomkraftwerke Resolution Jugendorganisation BUND Naturschutz

Die Jugendorganisation BUND Naturschutz (BUNDjugend in Bayern) zeigt sich tief erschrocken über die Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima. Die Katastrophe, die Japan widerfährt, können wir uns nicht vorstellen. Wir sind schockiert und besorgt. Die Naturkatastrophe hat unglaubliches Leid über das Land gebracht. Mit großer Bestürzung verfolgen wir die uns ereilenden Nachrichten aus Japan. Unsere Anteilnahme gilt den Opfern, Verletzten und Angehörigen. Dazu kommt die große Sorge um den Zustand der Atomkraftwerke.

Wir fordern Ministerpräsident Horst Seehofer und Staatsminister Dr. Markus Söder auf, sich umgehend für die Abschaltung aller bayerischen Atomkraftwerke einzusetzen.


Leider müssen wir resümieren, dass sich seit Harrisburg und Tschernobyl nichts geändert hat. Die Risiken sind bekannt und haben sich nicht verändert. Technik ist nicht unfehlbar, und es ist unmöglich, alle Eventualitäten auszuschließen - und genau darum ist und bleibt Atomenergie unkontrollierbar und tödlich. Die Folgen eines Störfalls sind im Gegensatz zu anderen Technologien katastrophal. Dies muss Konsequenzen haben – weltweit und sofort.

Es ist traurig, dass erst die Ereignisse in Japan dazu führen, dass auch bei bisherigen Befürwortern der Atomenergie offenkundig Zweifel wachsen. Deshalb bekräftigen wir unsere Position und fordern entschlossen und wiederholt – auch hier und heute – einen sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie.
Die Atomkraft ist entgegen der Rhetorik der Bundesregierung nicht eine Brücke in das Zeitalter der postfossilen Gesellschaft, sondern eine Sackgasse; die Gefahren sind systemimmanent und tödlich! Die Kühlwasserversorgung zu überprüfen ist ein richtiger erster Schritt, aber es gibt noch zahlreiche anderer potentieller Störstellen. Die Aussetzung der Laufzeitverlängerung ist Augenwischerei, da die alten Reaktoren trotzdem weiter laufen dürfen. Diese alten Reaktoren müssen sofort vom Netz und der vollständige Ausstieg aus der Atomenergie muss umgehend eingeleitet werden.

Wir sind tief entsetzt über den verantwortungslosen Umgang mit der Atomkraft in der Bundesrepublik. Das Problem, welches heute schon lösbar wäre, wird den nächsten Generationen übertragen, anstatt den Atomausstieg heute in die Hand zu nehmen. Zukünftige Generationen werden noch lange an den Spätfolgen von Atomunfällen zu leiden haben. Hinzu kommen die jährlich anfallenden 450 Tonnen Müll, für die es keine sicheren Endlager gibt. Harrisburg (März 1979), Tschernobyl (April 1986) und Fukushima (März 2011) zeigen uns, dass keine Nation die Katastrophe verhindern kann. Wir fühlen uns in unserer Sorge bestätigt, dass eine solche Reaktorkatastrophe auch in hochtechnisierten Gesellschaften passieren kann.

Die Jugendorganisation BUND Naturschutz wird in den nächsten Wochen und Monaten verstärkt auf die Gefahren und unkalkulierbaren Risiken der Atomenergie aufmerksam machen und den Protest erneut auf die Straßen bringen. Wir werden die Politik an ihrem neuralgischen Punkt der Endlagerfrage blockieren und den Protest an die Pannenmeiler bringen. Wir sind entschlossener denn je, den Atomausstieg in die Hand zu nehmen.

Auch im Interesse der kommenden Generationen ist die Energiewende umgehend einzuleiten!
Atomkraft ist keine Brücken-, sondern eine Risikotechnologie! Deshalb fordert die JBN:


•    Sofortige Stilllegung aller Atomanlagen!

•    Keine staatliche finanzielle Unterstützung von Atomindustrie und Atomforschung durch die  Bundesrepublik Deutschland und den Freistaat Bayern!

•    Ersatz durch den Einsatz erneuerbarer Energien!

•    Die Betreiber müssen AKWs selbst und ausreichend versichern!

•    Trennung von Netz und Betreiber!

•    Suche nach neuen sicheren Endlagern!

•    Keine Exporte von Atomtechnologie!


gez. Theresa Bittschi, Martin Geilhufe, Agnes Grasberger,
Ulrich Kreidenweis und  Jule Wunderlich

Landesvorstand der JBN, München, den 16.03.2011

Die Resolution: Fukushima mahnt die Welt zum download.

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