Flüchtlinge

Naturzufluchten - Natur als Raum für Begegnungen

Europa wird derzeit mit einem gigantischen Flüchtlingsstrom konfrontiert. Die Menschen fliehen vor Krieg und Gewalt, Verfolgung, Unterdrückung und Perspektivlosigkeit. Die Folgen des Klimawandels und einer ungerechten global agierenden Wirtschaftsstruktur sind Gründe für Abwanderung und Flucht. Diese Gründe deutlich zu machen und Alternativen aufzuzeigen erfordern ein Bewusstwerden unseres eigenen Handelns und die Bereitschaft, hinter die Fassaden von Politik, Wirtschaft aber auch unseres eigenen Lebensstils zu schauen. Mit diesem Bewusstsein wird die JBN aktiv und ruft das Projekt "Naturzufluchten" ins Leben.

Die aktuelle Lage in Europa und Deutschland verlangt von allen Bereichen der Gesellschaft eine große Anstrengung. Dabei geht es neben der akuten Hilfe und dringenden politischen Entscheidungen auch um langfristige Perspektiven für die ankommenden Menschen und für unser Land. Ängste, aus denen Gewalt und Ablehnung entstehen können müssen abgebaut werden. Die oben genannten Gründe für Flucht müssen durchschaut werden, um Politik und Wirtschaft dazu aufzufordern, die Ursachen zu verändern. Eine angstfreie und positive Willkommenskultur sind der Anfang einer gelungenen Integration.

Natur als Heimat?
Heimat – eines der Wörter, die es übrigens nur so im Deutschen gibt, ist für jeden Menschen etwas anderes. Das kleine Dorf, der Inselstrand hinter den Kiefernwälder, Plattenbauten, der Sternenhimmel der Wüste… Doch Heimat ist noch viel mehr – es sind unscharfe Erinnerungen, eher eine Hintergrundmelodie bestehend aus dem Geruch des Lieblingsessen von der Oma gekocht, das Einschlaflied der Mutter, ein Ausdruck, dessen Bedeutung nur wenige Menschen kennen und eben Naturphänomene wie der Ruf des Waldkauz, die Ankunft der Schwalben und Störche, der Salzgeruch des Meeres. Oft wird diese „Hintergrundmelodie“ erst in der Fremde schmerzlich vermisst. Solange „Heimat“ da ist spürt man sie kaum.

Naturräume und Naturerfahrungen können ein Weg sein, um den ankommenden Menschen eine Möglichkeit der Neu-Verwurzelung zu geben. Natur kann Zufluchtsort, Trost und „Ansaaterde“ sein und werden.

Auseinandersetzung der JBN mit dem Thema Flucht
Die Jugendorganisation Bund Naturschutz beschäftigt sich schon längere Zeit mit den Gründen für Flucht. Dazu wurden durch die Jugendvollversammlung, dem höchsten Gremium der JBN 2014 ein Positionspapier mit dem Titel Klima kennt keine Grenzen –warum Umweltpolitik Asylpolitik ist und den Leitantrag Postwachstum im Jahr 2013 verabschiedet. Das Positionspapier kannst du hier herunterladen. Den Antrag zur Asylpolitik der Jugendvollversammlung im Jahr 2016 kannst du ebenso hier herunterladen.

2014 wurde ein landesweiter Arbeitskreis Flüchtlinge gegründet, der das Thema in die Jugendvoll-verssammlung einbrachte. Ebenso drehten bei einer medienpädagogischen Maßnahme „Kamera läuft“ junge Jugendliche mehrere Klimaflüchtlings-Clips. Zu den Clips kommst du hier.

Welche Ziele verfolgt das Projekt Naturzufluchten?

Wie wird die JBN mit dem Projekt "Naturzufluchten" aktiv?
Flüchtlinge sollen in bestehende JBN-Kindergruppen integriert werden. Sie nehmen bei den regulären Treffen teil, planen mit den anderen Kindern Aktionen und werden so gemeinsam für den Umweltschutz aktiv. Außerdem werden sie zu zu bewährten bisherigen Veranstaltungen eingeladen z.B. dem Tag der Religionen, Biotoppflegeaktionen, zum Besuch beim Imker um gemeinsam Aktionen zu gestalten. Als wichtiges durchgehendes Element wird das gemeinsame Zubereiten und das gemeinsame Essen erachtet.