Straßenbau ohne Bedarf im Kelbachgrund bei Ebensfeld

04.12.2017 – Der Freistaat Bayern plant und baut manchmal ohne Sinn und Verstand: Für die Staatsstraße 2187 bei Ebensfeld soll für sehr wenige Autos eine 2,2 km lange Neubautrasse entstehen - und dabei viel landwirtschaftliche Fläche sowie schützenswerte Natur verschwinden. Der BUND Naturschutz setzt sich für schonendere Alternativen ein.

Die bayerische Straßenbauverwaltung plant, was der Landtag beschlossen hat: Die Umsetzung des „Staatsstraßenausbauplanes”. Oft genug geht es weniger um bessere Mobilität als um Förderung der Bauwirtschaft und die Befriedigung lokaler Abgeordneter der CSU, damit sie auch mal wieder ein Bändchen zur Eröffnung durchschneiden können.

Seit vielen Jahren kämpft der BUND Naturschutz gegen eine flächenverschwendende Neubautrasse der Staatsstraße 2187 im Landkreis Lichtenfels zwischen Prächting und Ebensfeld mit einer Direktanbindung an die A73. Der Kelbachgrund würde in Sichtweite der Hankirche durch eine weitere Straße schräg durchschnitten, 31.000 Quadratmeter landwirtschaftliche Fläche würden verbraucht. Lebensräume z. B. des Bibers, der Zauneidechse oder mehrerer Fledermäuse würden beeinträchtigt. Auch ein Trinkwasserschutzgebiet müsste gequert werden.

Weil nur etwa 2.200 Fahrzeuge pro Tag auf der bestehenden Staatsstraße fahren, der Verkehr sogar abnimmt und nur ein Teil die neue Trasse nutzen würde, sieht der BN hier überhaupt keinen Bedarf für einen Neubau. Die BN-Ortsgruppe Ebensfeld konnte mit einer eigens gebastelten Mess-Stelle sogar nachweisen, dass die staatlichen Prognosen, die den Bedarf begründen sollten, deutlich geschönt waren.

Seit 2008 liegt die planfestgestellte Maßnahme wegen einer Klage des BN vor Gericht. Die Regierung hat zwischenzeitlich ein ergänzendes Planfeststellungsverfahren durchgeführt und mehr Ausgleichsmaßnahmen festgestellt, damit sie vor Gericht nicht durchfällt (und damit einen Teil der BN-Kritik eingestanden). Das Verwaltungsgericht Bayreuth wies die Klage des BN Mitte Januar 2017 leider ab. Mit dem fehlenden Bedarf befasste sich das Gericht nicht weiter. Der BN gibt sich mit dem Urteil des Verwaltungsgerichtes nicht zufrieden. Nach sorgfältiger Prüfung wurde im Juli 2017 beschlossen, das Urteil anzufechten und beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof die Zulassung der Beschwerde zu beantragen.

Unstrittig ist, dass der gegenwärtige bauliche Zustand der Staatsstraße nicht mehr den heutigen Verkehrserfordernissen entspricht. Allerdings könnte sie saniert werden. Auch für die Anbindung an die A73 hat der BN flächensparende und kostengünstige Alternativvorschläge gemacht.

Hier findest du das Video zum Protestfrühstück gegen den Straßenneubau im Kelbachgrund bei Ebensfeld.