Konservativer Naturschutz im Hochmoor und Artenbestimmung
Freitag, 01.07.2011
Abends erreichen wir – 14 junge Leute - die gemütliche einsam gelegene Sauebenehütte. Sogleich wird ein warmes Feuer im Herd angefacht und Wasser aufgesetzt. Den Mechanismus der Gaslampen zu verstehen ist gar nicht so einfach, doch bald sitzen wir unter Gaslicht und schnippeln das Gemüse für das Abendessen. Riesige Mengen an zerkleinerten Zwiebeln, Paprika und Kartoffeln verschwinden im Kochtopf und schließlich auch in den hungrigen Mägen. Die Toilette befindet sich ein Stück entfernt im Wald. Immerhin ist unsere Hütte 1939 erbaut worden!
Samstag, 02.07.2011
Noch müde vom langen Spieleabend und der kurzen Nacht werden wir mit lautem „Topfgong“ gewaltsam geweckt. Doch das kalte Wasser vom Brunnen vor der Tür macht schnell wach. Es geht los! Überall am Wegesrand wachsen interessante Pflanzen und da wir 3 Landschaftsplaner und einen Forststudenten unter uns haben ist es noch interessanter. Allerdings haben wir nicht viel Zeit, denn um 9:00 Uhr treffen wir uns mit den engagierten lokalen Naturschützern von der Ortsgruppe Nußdorf. Wir erfahren viel über die Landwirtschaft in der Region. Die hier weidenden Kühe sind eigentlich nicht an eine Haltung in Bergregionen angepasst und viel zu schwer um in den Bergen und höheren Lagen herumzusteigen. Deshalb verwalden die Weiden in den Höheren Lagen und werden in den Tieferen Lagen überweidet. Problem ist somit eine höhere Erosion und Trittterassen, die die Vegetation zerstören. Früher wurden die Kühe auch in die höheren Lagen getrieben, doch heutzutage wird dieser Aufwand nicht mehr betrieben.
Der BN hat ein kleines Niedermoor gepachtet. Fichtenwildwuchs macht sich dort breit. Dieser ist nicht erwünscht, da er auf dem morastigen Boden wegen seiner flachen Wurzeln keine Standfestigkeit hat. Deshalb ist unsere Aufgabe diese kleinen Fichten auszureißen. Da wir eine große Gruppe sind und Georg Binder vom BN vor Ort aus Nußdorf mit der Motorsäge hilft, ist die Arbeit schnell gemacht.
Das Wetter könnte besser sein, und vor allem der kalte Wind ist ausschlaggebend, das wir nicht zu lange Mittagsbrotzeit machen und bald wieder aufbrechen. Wir wollen eine kleine Bergtour auf den Gipfel machen. Doch das Wetter ist sehr herbstlich kühl und man hört es donnern. Somit teilen wir unsere Gruppe auf in die regenerprobten Bertourgeher und in den Rest, der zu unserer heimeligen warmen Hütte zurückkehrt.
Gemütlich machen wir uns auf den Weg zum Gipfel auf. Wolken wechselt mit Sonne und Donnergrollen. Doch wie sagt man so schön: Es gibt kein schlechtes Wetter – nur schlechte Kleidung!
Wir holen unsere Pflanzenbestimmungsbücher heraus und schauen uns die Flora genauer an. Durch dunklen Fichtenwald vorbei an blühenden Almwiesen und weiter hinauf bis in die Region, in der die Pflanzen immer Polsterartiger werden, steigen wir hinauf. Von oben genießen wir dann den Ausblick auf ein zerrissenes Wolkenmeer unter uns und jetzt kommt sogar die Sonne heraus. Nach der beim AK-Alpen traditionellen Gipfelschokolade machen wir uns an den Abstieg wieder zurück zu unserer kleinen Sauebenehütte, in der schon warm eingeheizt ist.
Für das Abendessen sammeln wir frische Brennnesseln und Giersch um „Spinat“ als Beilage zu kochen. Dazu gibt es dann auch noch Stinkwurz-Chips in Öl und Salz ausgebacken und als Nachtisch den obligatorischen Hüttenkaiserschmarrn.
Sonntag, 03.07.2011
Das Wochenende neigt sich dem Ende zu. Gründlich wird die Hütte aufgeräumt und schließlich marschieren wir los. Der heutige Bergtourgipfel ist der Heuberg. Doch vorher wird nochmal in der Daffneralm gerastet um die Gesammelten Pflanzen ausführlich zu bestimmen.
Auf dem Gipfel haben wir dann eine wunderbare Aussicht auf das dunstige Inntal. Türkisblau schlängelt sich der noch junge Fluss dahin. Der Abstieg endet mit einem längeren „Hatsch“ zu Bahnhof. Dort wird dann der letzte Proviant mit reichlich Schokolade verspeist und noch ein paar Pflanzen bestimmt.

