Jugendklimakonferenz mit Umweltminister Thorsten Glauber – JBN-Aktive waren dabei

10.04.2019 – Der bayrische Umweltminister Thorsten Glauber hat in den letzten Wochen zwei Jugendklimakonferenzen veranstaltet, um Jugendlichen, die sich bei Fridays for Future (FFF) engagieren, zuzuhören und ihre Forderungen in den Landtag zu bringen. Auch JBN-Aktive, die lokal die Freitagsdemos organisieren, waren dabei und berichten, wie es war und ob auch Taten auf die Jugendklimakonferenz folgen werden.

Am 05.04.2019 fand die zweite Jugendklimakonferenz mit ca. 270 Schülern aus Niederbayern, Schwaben und Oberbayern in der Hochschule für Film und Fernsehen in München statt. Nach der Ankunft der Schüler*innen begrüßte Thorsten Glauber diese mit den Worten, dass er ihnen vor allem zuhören wolle und ihre Forderungen in den Landtag bringen will. Nachdem zwei ausgewählte FFF-Aktivisten ihre Forderungen, die zum Handeln bewegten, anbrachten, wählte Glauber einen „Onliner“, der die Forderungen der live-Zuschauer beobachtete und die meist gebrachten in der späteren Diskussion mit Glauber vorbrachte.

Aufgeteilt nach Alter ging es in die verschiedenen Workshops zu den Themen Mobilität, Energie und Konsum, in welchen über Verbesserungen und Forderungen diskutiert wurde. Nach der Pause standen, unter der Moderation von Taufig Khalil, pro Workshop 2 Schüler*innen aus der Unter-, Mittel- und Oberstufe auf der Bühne und setzten sich mit Glauber darüber auseinander. Nach jeder Workshop-Vorstellung war es den Teilnehmer*innen im Publikum möglich, weitere Fragen zu stellen.

Am Ende der Veranstaltung beschloss der Umweltminister folgende Forderungen mit in den Landtag zu nehmen: Das Verbot von Mikroplastik und Plastiktüten, einen kostengünstigen ÖPNV und die Aufhebung der 10H-Regel. Glauber will sich zudem für einen Klimabeauftragten an jeder Schule, Klimapreise, sowie Photovoltaik-Anlagen und Blühflächen an Schulen einsetzen.

Welche Folgen die Konferenzen in der bayrischen Politik haben werden oder ob sie nur für die Presse und zum Beruhigen der Fridays for Future-Bewegung organisiert wurden, kann Ann-Kathrin Wolf auch noch nicht genau einschätzen. Die JBN-Aktive aus Ingolstadt war auf der zweiten Jugendklimakonferenz in München dabei.

Ihre Meinung dazu: „Ich denke die Veranstaltung hat im Gegensatz zur ersten Konferenz in Erlangen der FFF Bewegung ein bisschen was gebracht, weil eine Vertreterin aus München anfangs bei der Begrüßung eine kurze Rede halten durfte, in der sie ihre Ziele vorgestellt hat und den Umweltminister mit seiner Partei, den Freien Wählern, und die CSU dazu aufgefordert hat, sich wie die anderen Parteien mit den FFF-Leuten am kommenden Freitag zu einer konstruktiven Diskussionsrunde zu treffen. Dadurch, dass das eine öffentliche Rede vor der Presse und allen Anwesenden war, hat das natürlich mehr Druck ausüben können. Inwiefern die Veranstaltung aber insgesamt dafür gesorgt hat, dass sich was bewegt und Forderungen konsequent in der Politik umgesetzt werden, wird sich wahrscheinlich erst später zeigen. 

Der Umweltminister hat auf jeden Fall bei einigen Punkten seine Zustimmung geäußert und versprochen, das im Landtag einzubringen, aber ob er es wirklich umsetzt oder es nur PR ist, da bin ich mir noch nicht sicher, da der Hauptzweck der Veranstaltung meiner Meinung nach war, die FFF Proteste in den Griff zu kriegen und medial gut dazustehen."

Text von Emma Riedler

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