Freiwilliges Ökologisches Jahr - Klappe die Zweite!

03.01.2017 – Für das zweite Seminar in unserem Freiwilligen Ökologischen Jahr kam unser bunter Haufen Anfang Dezember in Mittelfranken zusammen. Die familiäre Atmosphäre, in der wir im Oktober auseinander gegangen waren, stellte sich sofort wieder ein. So konnten wir als starkes Team in eine herausfordernde Woche starten, deren großes Thema „Klima“ lautete.

Unser Seminar begann mit einer Wanderung, gleich bei unserer Ankunft. Gemütlich mit dem Auto bis vor die Haustür der Unterkunft gefahren werden: Fehlanzeige. Drei Kilometer liefen wir über Kieswege, durch Wälder und auf der Straße – die Selbsterfahrung beginnt.

Untergebracht waren wir im Landschlösschen Rockenbach. Ein Traum für jedes Mädchen, das schon immer mal in einem rosa Schlösschen leben wollte. Aber auch der Rest der Truppe fühlte sich dank großzügiger Räumlichkeiten inklusive Kicker und Tischtennisplatte ausgesprochen wohl.

Unser Thema während der gemeinsame Woche: Klima und Klimaschutz. Damit beschäftigten wir uns im kleinen und großen Kontext. Wir stiegen gleich voll ein und starteten mit einem Klimaquiz im Freien.

Am Dienstag bekamen wir den ersten Besuch, denn spannende Referenten hatten wir auch im Programm. Joscha Eberle, selbst ehemaliger FÖJler, stellte uns die „Klasse Klima“ vor. Mitarbeiter dieses Projekts gehen in Schulen und bringen Kindern mithilfe eines interaktiven Programms nachhaltige Lebensführung nahe. In Absprache mit unseren Einsatzstellen können auch wir bei „Klasse Klima“ mitmachen.

Nachmittags wurde es dann ernst. Es ging um unsere Zukunft! In Kleingruppen sprachen wir über unsere Pläne nach dem FÖJ. Manche haben schon einen ganz festen Plan, andere sind sich noch nicht ganz sicher. Einige haben noch gar keine Ahnung, was sie machen wollen. Für jeden hatte ein Teamer Zeit und Rat.

Nach dem Abendessen packten wir uns ganz warm ein - wir machten eine Nachtwanderung mit Fackeln. Da sich der Nebel einfach nicht aus Rockenbach verziehen wollte, waren Boden, Bäume und Wiesen komplett vereist. Unterwegs machten wir die Fackeln irgendwann aus und gingen ein Stück in Kleingruppen oder ganz allein durch das Unterholz. Dieses Erlebnis war aufregend, ein bisschen unheimlich und auf jeden Fall extrem cool!

Mittwochvormittag verbrachten wir im Freien. Eine Gruppe widmete sich der Landart, während eine zweite am Lagerfeuer Löffel schnitzte. Ordentlich durchgefroren kamen wir hinterher wieder ins Seminarhaus, wo uns Stefan Asenbeck das Thema Erlebnispädagogik näher brachte. Wir waren ihm sehr dankbar, dass er den großen Teil seines Programms nach drinnen verlegte. Am Abend wurde gewichtelt. Jeder hatte etwas Spezielles aus seiner/ihrer Heimat mitgebracht, und beschenkte damit einen anderen FÖJler oder Teamer. Verschenkt wurde selbstgemachtes Gebäck oder Honig, Tee oder Getränke aus regionaler Herstellung. Und jeder bekam ein Lächeln geschenkt.

Am Donnerstag hielten wir unseren „Rat der Weisen“ ab. Der findet jedes Seminar statt und zählt für die meisten von uns zu den Highlights der Woche. In immer gleichen Kleingruppen sprechen wir über unsere Erlebnisse in der Einsatzstelle, darüber, was uns belastet oder gut gefällt. Auch private Anliegen kommen zur Sprache, wir tauschen uns aus, versuchen einander zu helfen, oder hören einfach nur zu. Die Zeit vergisst man dabei schnell.

Philipp Burger und Ruth Heeren (Landesvorstand der Jugendorganisation BUND Naturschutz) waren weitere Referenten die uns besuchten. Sie informierten uns über das internationale 1,5°C-Klimaziel und brachten uns die ganze Problematik mit einem Spiel zu Bevölkerungs-, Einkommens- und CO²-Austoßverteilung in der Welt näher.

Anschließend stieg unsere Abschieds-Pyjamaparty mit afrikanischem Essen, Werwolf-Spielen und gemütlichem Beisammensein. Außerdem erzählte Bernd von seinen spannenden Erlebnissen in der afrikanischen Wildnis. Warum nur vergeht diese Woche immer so schnell? Plötzlich war jedenfalls Freitagmorgen und wir brachten das Seminarhaus in Rekordtempo auf Vordermann, um pünktlich zum Zug zu kommen.

Vor dem Aufbrechen ließen wir die Woche noch einmal Revue passieren. So viel hatten wir wieder gehört, gesehen, gemacht, erlebt… Nur einen Bruchteil habe ich hier zusammengefasst.

Trotzdem sei nur noch eines ergänzt: Schön war´s, wir sehen uns im Februar!

Text:
Vielen Lieben Dank an die FÖJlerin Julia Dade, die den Text für uns geschrieben hat.

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