Fracking verbieten - Offener Brief der JBN an Florian Pronold

29.09.2014 – Am Montag den 29.September 2014 hat die Jugendorganisation Bund Naturschutz einen offenen Brief an Florian Pronold zum Thema Fracking verfasst. Die JBN appeliert an Herrn Pronold, auf seine Genossen Gabriel und Hendricks Einfluss zu nehmen und Fracking in Deutschland zu verbieten.

Offener Brief Fracking verbieten

Offener Brief: Fracking verbieten.


Sehr geehrter Herr Pronold,

wir wenden uns an Sie als Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie als Landesvorsitzender der BayernSPD.

Wir, die Jugendorganisation Bund Naturschutz (JBN), sprechen für 27.000 Jugendliche und junge Erwachsene in Bayern, die sich im Moment große Sorgen um die Zukunft unseres Landes machen. Denn eine der bedeutendsten Ressourcen unseres Landes und unserer Natur steht auf dem Spiel: Unser Grundwasser. Deshalb fordert die JBN ein klares Verbot von jeglicher Form des sogenannten Frackings.

Unserer Position hat sich im Herbst letzten Jahres der Bayerische Jugendring mit absoluter Mehrheit angeschlossen. Es stehen somit zwei Drittel aller Kinder und Jugendlichen in Bayern hinter der Position: Fracking verbieten!

Vor diesem Hintergrund appellieren wir an Sie: Setzen Sie sich für ein Verbot von Fracking durch eine Neuregelung des Bundes-Bergbau-Gesetzes ein! Nehmen Sie im Namen der kommenden Generationen Einfluss auf Bundesumweltministerin Hendricks und Bundeswirtschaftsminister Gabriel!

Die SPD-Bundesminister Hendricks und Gabriel haben am 4. Juli 2014 ihre Vorhaben zu den geplanten „Fracking“-Regelungen in einem Eckpunktepapier veröffentlicht. Die vorgeschlagenen Regelungen begrüßen wir, sie gehen uns aber nicht weit genug.

Das Eckpunktepapier enthält klare Lücken, um unter gewissen Bedingungen Fracking doch zu erlauben. Sie selbst sprachen im Bundesrat am 11. Juli diesen Jahres von einer Güterabwägung und der Abwägung weitergehender Position (Antrag der Länder: Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg, Hessen), ähnlich der unsrigen Position.

Folgende Güter gilt es aus unserer Sicht abzuwägen:

1.    Unser Grundwasser ist ein komplexes, zusammenhängendes System. Giftstoffe und Fracking-Chemikalien, die einmal ins Erdreich und das Grundwasser gelangen, werden auch ihren Weg in unser Grundwasser und unsere Lebensmittel finden! Niemand kann dafür garantieren, dass beim Fracking für „Tight Gas“ wirklich keine Schadstoffe in unseren Boden und unser Grundwasser gelangen.
2.    Vor dem Hintergrund der angestrebten Energiewende ist Fracking ein Rückschritt. Deutschland ist Vorreiter bei der Energiewende. Diesen Vorsprung gilt es zu sichern: Jeder Euro Forschungs- und Fördermittel ist hier besser aufgehoben als in der Evaluierung von Fracking.
3.    Fracking schafft keine dauerhafte Energiesicherheit. Die Zulassung riskanter Fördermethoden in Deutschland steht in keinem Verhältnis zu den Risiken und den möglichen Fördermengen von Fracking-Gas in Deutschland.
4.    Die von der Bundesregierung anvisierten Klimaschutzziele geraten stärker in Gefahr, da Fracking große Mengen Treibhausgase freisetzt.

Frankreich hat es vorgemacht und Fracking verboten. Wir sollten uns nun ebenfalls für die Reinheit unserer Gewässer und unserer Natur stark machen! Wir sind zuversichtlich, dass Deutschland seinen Energiebedarf mit besseren und umweltverträglicheren Lösungen decken kann!

Die Jugendorganisation Bund Naturschutz spricht sich deshalb klar für ein generelles Fracking-Verbot aus. Zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen in Bayern stehen hinter uns! Wir zählen auf Sie: Bitte unterstützen Sie unsere Forderung und bewegen Sie Ihre Genossen Hendricks und Gabriel zu einem vollständigen Verbot von Fracking in Deutschland!

Mit herzlichen Grüßen

Ruth Heeren für den Landesvorstand
der Jugendorganisation Bund Naturschutz


Mehr unter: jbn.de/fracking

Zum Anwortschreiben von Florian Pronold!