Fracking verbieten – Antwort von Florian Pronold

25.11.2014 – Am 29. September 2014 hat die JBN einen offenen Brief an Florian Pronold zum Thema Fracking geschrieben. Im Antwortschreiben lädt der Staatssekretär im Umweltministerium die JBN ein, mehr gegen Lobbyismus zu unternehmen.

Antwortschreiben von Florian Pronold (Mitglied des Bundestages, Landesvorsitzender der Bayern SPD und Staatssekretär im deutschen Umweltministerium) auf den offenen Brief der JBN zum Thema Fracking:


Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Frau Heeren,

vielen Dank für Ihr Schreiben zum Thema „Fracking in Deutschland“ und Ihr großes Engagement in dieser Angelegenheit. Ich selbst habe ja meine ersten politischen Gehversuche bei der BN-Jugend in Deggendorf gemacht. Ihre Sorgen kann ich gut nachvollziehen.


Fracking ist eine in Deutschland derzeit besonders umstrittene Technologie. Die Bundesregierung nimmt die Sorgen der Bevölkerung daher sehr ernst. Das Gesetzespaket, das derzeit vorbereitet wird, folgt dem Grundsatz: Der Schutz der Gesundheit und der Schutz des Trinkwassers haben absolute Priorität.


Ich stimme Ihnen zu, dass Fracking – anders als vielleicht in den USA – in Deutschland grundsätzlich keine Antwort auf unsere Energiefrage darstellt. Sowohl die Reduzierung unserer Abhängigkeit von Energieimporten als auch unsere Klimaziele werden wir nicht durch den Aufbau einer kostenintensiven Fracking-Infrastruktur erreichen. Langfristig erreichen wir dies nur, durch den konsequenten Ausbau der Erneuerbaren Energien und die Steigerung der Energieeffizienz.


Konventionelles Fracking und auch eine Fortentwicklung der Technologie von vorne herein auszuschließen, wäre allerdings schwerlich mit dem Übermaßverbot unseres Grundgesetzes vereinbar. Bei der Gasgewinnung in Tightgas bestehen jahrzehntelange Erfahrungen mit der Technologie. Zudem wollen wir auch bei der Geothermie nicht generell auf das Fracking verzichten. Allerdings sehen wir auch bei der konventionellen Gasgewinnung im Sandstein die Notwendigkeit, die Vorschriften erheblich zu verschärfen. Daher werden wir zusätzlich zu den vorgenannten Zielsetzungen auch bei den bestehenden Regelungen Lücken schließen.


Zusammenfassend möchte ich noch einmal deutlich hervorheben: Wir werden in Deutschland die strengsten Regeln einführen, die es weltweit für die Fördertechnik gibt. Unser Umweltministerium bedarf deshalb auch Ihrer Unterstützung gegen die Aufweichung der von uns beabsichtigten Kriterien durch entsprechende Lobbyarbeit in- und außerhalb des Parlament.


Mit freundlichen Grüße
Florian Pronold

Mehr unter: jbn.de/fracking