DEUTSCH-JAPANISCHER AUSTAUSCH FÜR EINE ENERGIEWENDE

11.02.2013 – Die Dreifachkatastrophe von Fukushima brachte viel Leid in der Region. Zugleich war sie ein tiefer Einschnitt für die japanische Energiepolitik. Die Frage des Wiederanschaltens der verbliebenen Atomreaktoren wird äußerst heftig und kontrovers diskutiert. Zugleich hat die Entwicklung der erneuerbaren Energien und Energiesparen inzwischen einen hohen Stellenwert bekommen.

Fukushima und die Konsequenzen

Trotz der großen geografischen Entfernung bildete die Reaktorkatastrophe im fernen Japan auch einen grundlegenden Einschnitt in der deutschen Energiepolitik. Heftig gerungen wird zwischenzeitlich über die konkrete Umsetzung der Energiewende, ihre Kosten und wie die Bürger an diesem Prozess beteiligt werden. Zum Jahrestag des Reaktorunglücks in Fukushima-Daiichi wird auf Einladung des Bunds Naturschutz in Bayern und des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland eine Besuchergruppe aus Japan nach Deutschland kommen. Ziel des deutsch-japanischen Austauschs in Tutzing ist es, das Verständnis für die Energiewende im jeweils anderen Land zu fördern und voneinander zu lernen. Damit soll dieses Vorhaben in beiden Ländern und darüber hinaus gehend weiter vorangebracht werden.

Eine Vielzahl von Themen steht auf der Tagesordnung: Der Erfahrungsbericht eines betroffenen Bürgers aus der Region Fukushima und der Bericht einer japanischen Untersuchungskommission zum Reaktorunglück ebenso wie die Reaktionen der Energiepolitik in Japan und in Deutschland als sozialtechnische Innovation für ein 100% erneuerbares Stromsystem, Erfahrungen mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz in beiden Ländern ebenso wie die Frage des Wiederanfahrens bzw. das endgültige Abschalten von Atomkraftwerken in Japan. Von besonderer Bedeutung ist die Stärkung der Zivilgesellschaft und ein damit verbundener gesellschaftlicher Aufbruch. Alle an der Energiewende und alle an einem deutsch-japanischen Austausch zu Fragen des Aufbruchs der Zivilgesellschaft Interessierten sind herzlich nach Tutzing eingeladen. Nachhaltige Entwicklung braucht Verständnis kultureller Unterschiede. Sie braucht eine Vernetzung von unten.

Dr. Martin Held, Evangelische Akademie Tutzing
Richard Mergner, Bund Naturschutz in Bayern
Prof. Dr. Hubert Weiger, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland

Anmeldung und Programm auf der Homepage der evangelischen Akademie.