Bericht: 5 Tage Austausch zwischen London und Bayern

29.02.2012 – Der Klimakongress der JBN schlug ein wie eine Bombe, alle die an der Veranstaltung teilgenommen haben, sind mit neuem Mut und großer Zuversicht nach München, Freising oder Attaching nach Hause gefahren. Der Flughafen München, kann und wird Deutschlands Heathrow werden. Es wird auch in München keine dritte Startbahn geben. Das ist heute klar. Aber es ist auch viel um den Kongress herum passiert, das wissens- und berichtenswert ist.

Vielleicht ist es am besten chronologisch zu berichten, was alles auf Initiative der JBN in den letzten Tagen passiert ist: Pressetermin am Freitag, Klimakongress am Samstag, Ortstermin und Lichtermarsch am Sonntag und Empfang bei der Stadt Freising am Montag. Vor allem aber viele Gespräche bis in die späten Abende waren maßgeblich für den Erfolg des Austausches zwischen London und Bayern, zwischen Tamsin Omond (climaterush), Dan Glass (planestupid) und John Stewart, die in London Heathrow die dritte Startbahn gestoppt haben, und dem Widerstand in Bayern

Es sind Freundschaften entstanden, die weit über die Landesgrenzen hinaus gehen. Niemand der den 62 jährigen John Stewart mit unseren JBN-Aktiven bis spät in die Nacht tanzen sah, wird je vergessen, wie schön und wie richtig es ist, dass wir alle gemeinsam mit viel Spaß und Engagement gegen den Klimawandel ankämpfen – weltweit! 


Ankunft am Donnerstag: 
Unsere Londoner Gäste Tamsin Omond, Dan Glass und John Stewart sind am Donnerstag nachmittags mit dem Zug in München angekommen. Amelie, Joseph und Florian nahmen sie in Empfang und ließen die Gäste bei sich privat die nächsten vier Nächte unterkommen. Doch zunächst sollte es in die JBN-Landesgeschäftsstelle gehen, wo nicht nur eine bayerische Brotzeit, Gitarren-Musik und selbstverständlich eine Halbe warteten, sondern auch viele Hauptamtliche der JBN es gar nicht erwarten konnten, die Gäste zu begrüßen. 


Pressetermin am Freitag: 
Am Freitag Morgen trafen unsere Londoner Gäste, Dr. Christian Magerl (Vorsitzender der BN KG Freising und von Anfang an Startbahn-Gegner) und Martin Geilhufe (Landesvorstand der JBN) mit der Presse in Freising. Auf dem Gelände des Erdinger Mooses auf dem die dritte Startbahn gebaut werden soll, hat der BN ein Kreuz als Mahnmal aufstellen lassen und hier ging es dann auch gleich um Inhalte. Spätestens jetzt wurde klar, die Situation in London 2002 und die heutige Situation in Bayern sind absolut zu vergleichen. 

Links zu den Artikeln: 

Merkur-online: Mit Sekundenkleber gegen die Startbahn
Süddeutsche: Workshop für den Widerstand


Es folgte nachmittags ein politischer Stadtrundgang durch München und die ersten Aufbauarbeiten für den Klimakongress bis in den Abend hinein. Der krönende Abschluss am Freitag war schließlich eine gelungen Studentenfeier, zu der Martin Geilhufe unsere Londoner Gäste eingeladen hatte. 


JBN-Klimakongress am Samstag: 
Der JBN-Klimakongress sollte sich zu am Samstag zu einem vollen Erfolg entwickeln. Dank der Referate von Christine Margraf (BN Reginalreferentin und Startbahn-Expertin) und John Stewart, den Workshops von Dan Glass, Tamsin Omond und Helga Stieglmeier (Sprecherin von AufgeMUCkt) wurden alle Teilnehmer hervorragend informiert. Viele Videos und Eindrücken aus London und München rundeten den Kongress ab. Die Lesung von Daniel Boese und auch die Vorstellung der neuen BN-Kampagnen-Seite stellvertretend für Holger Lieber, durch Florian Sperk, ergänzten die Veranstaltung. Eine erste inhaltliche Auswertung des Klimakongress findet sich auf dem Blog von Christine Margraf. Aber die vielen ehrenamtlichen Aktiven der JBN werden eine eigene Dokumentation in den kommenden Tagen verfassen. Besonders ihnen, gebührt der Dank für diesen gelungen Kongress. 


Ortstermin und Schweigemarsch am Sonntag. 
Nach dem anstrengenden Samstag war der Sonntag ruhiger geplant. Aber er sollte für Tamsin, Dan, John, Joseph und Florian nochmals aufwühlender und ergreifender werden, als der Klimakongress selbst. 


Der Ortstermin in Attaching stellte die fatale Situation drastisch dar. Zu sehen, wie eine ganze Gemeinde mit dem Wissen lebt, in wenigen Jahren nicht mehr vor die Tür gehen zu können, ist nochmal etwas ganz anderes. Für Attaching gibt es bereits Auflagen, dass die Dachziegel fest fixiert werden müssen, weil die Flugzeuge dort so tief dahin donnern werden, das die Dächer davon fliegen könnten. Der Kindergarten von Attaching wird die Kleinen nicht mehr zum Spiel raus lassen dürfen, weil der Lärm gesundheitsschädlich sein wird.  


Um so schöner war es als unsere Londoner Gäste in der vollbesetzten Evangelischen Kirche begrüßt wurden. Sofort brach tosender Applaus los – minutenlang. Dass die Drei für die Gemeinde solche Boten der Hoffnung sein würden, hätte wohl niemand vorhersagen können. 400 Bürger und unsere Londoner Gäste marschierten anschließend schweigend mit Fackeln und Kerzen durch die Freisinger Innenstadt. Auf dem Marienplatz angekommen, sprachen John, Dan und Tamsin Grußworte und sangen mit allen gemeinsam: „We shall overcome“. Der Gänsehaut-Moment des ganzen Wochenendes. 


Empfang bei der Stadt Freising
Leider musste Tamsin Omond am Sonntag bereits den Nachtzug nach Paris nehmen, um von dort aus rechtzeitig in der Arbeit in London zu sein. Aber auch mit Dan Glass und John Stewart allein war der Empfang im Rathaus der Stadt Freising ein wertvoller Termin. Für die JBN ist vor allem eines festzuhalten, unsere Initiative wurde selbst von der Stadt sehr gelobt und es wurde betont wie wichtig und gut es ist, einen aktive Jugend zu erleben, die sich einmischt, wenn es um die Zukunft geht. 
So ging am Montag Mittag ein gigantisches Wochenende zu Ende. Aber unsere Londoner Gäste, versprachen wieder zu kommen, vielleicht schon beim Klimacamp der JBN. Wir freuen uns auf weitere Treffen mit unseren neuen Freunden und Verbündeten. 


Bildergalerien: Freitag und Samstag bis Montag